Das Hobby Echtdampf

Mit Kohle, Dampf und Öl auf schmaler Spur

Wie entwickelte sich dieses Hobby?

Schon immer war es der Wunschtraum vieler Jungen und Männer, Lokführer einer Dampflokomotive zu werden.

Doch zwischen Traum und Wirklichkeit klafft in der Regel eine große Lücke.

Ein Traum wird zum Hobby

Ein Hobby aber ermöglicht es, sich diesen Wunschtraum zu erfüllen – der Dampflokomotiven-Modellbau zur Personenbeförderung,
Seinen Ursprung hat diese Freizeitbeschäftigung in der damaligen Hochburg des Dampfmaschinenbaues, in England. Seitdem Dampfmaschinen für die industrielle Nutzung, hergestellt wurden, gab es auch schon Modelldampfmaschinen.
 Die Wiege das personenbefördernden Dampfmodellbaus

Der „Urahn“ der Modelldampflokomotiven war der von Trevithick im Jahre 1804 gebaute „Pen-y-Darran“-Dampfwagen, der auf Schienen fuhr. Bereits im Jahre 1850 beschäftigten sich verschiedene Spielzeughersteller mit der Produktion von dampfbetriebenen Lokomotiven. Diese Maschinen waren noch sehr vereinfachte Modelle, erst um die Jahrhundertwende wurde verstärkt auf Vorbildtreue Wert gelegt.

 DBC und Vereine

In Deutschland faßte dieses Hobby erst richtig in den Jahren 1950 bis 1960 Fuß. Heute sind es ungefähr 500 Aktive im DBC (Deutscher Dampfbahn Club), die in zehn bis zwölf Vereinen zusammengefaßt sind. Die Aktiven stammen nicht nur aus metallverarbeitenden Berufen, auch Ärzte, Lehrer, Piloten und Angestellte huldigen dieser Leidenschaft.

 Spurweiten

In der Hauptsache werden drei Spurweiten benutzt, deren „krumme“ Maße ihren englischen Ursprung verraten: 3 1/2 Zoll (88,9 mm), 5 Zoll (127 mm) und 7 1/4 Zoll (184 mm). Für den Personenverkehr wird die 71/4 Zoll Spur bevorzugt, da die Maschinen die größte Zugkraft entwickeln und die Personenwagen eine gute Standfestigkeit besitzen. Diese Lokomotiven wiegen bis zu zehn Zentner, 1 bis 8 PS sorgen für die notwendige Anfahrleistung, um dann bis zu fünfzig Kinder und Erwachsene mühelos in der Ebene zu transportieren.

Brennstoff

Beheizt werden diese Lokomotiven wie beim Original mit Steinkohle. Es soll aber auch einige Maschinen mit Ölfeuerung geben, wie sie auch bei der Deutschen Reichsbahn im Dienst gestanden haben.

 Vorbildtreue

Die Vorbildtreue einer Modelldampflokomotive steht an erster Stelle. Da es bei der Deutschen Reichsbahn über 350 Bauarten gegeben hat, findet heute jeder Modellbauer garantiert seine Maschine.

Pläne, Zeichnungen Photos als Vorbild

Wenn er sich entschieden hat, beginnt eine aufwendige Suche nach Bauplänen und anderen technischen Unterlagen, leider ist in der Regel außer einigen Fotografien und den allgemein bekannten Daten nichts vorhanden.

So werden eigene maßstabsgetreue Zeichnungen erstellt, oft hilft auch ein Modell einer elektrischen Eisenbahn weiter. Für viele Baureihen gibt es inzwischen auch schon Modellbaupläne und wer möchte, kann die käuflichen Rohgußteile schon fertig bearbeitet erwerben.

Auch den Kessel kann man fertig geschweißt mit Prüfzertifikat in Kupfer oder Stahlausführung kaufen. Das Umsetzen vom Vorbild ins Modell hat seine Tücken. Es läßt sich nicht einfach alles verkleinern, wenn es seine Aufgabe erfüllen soll. Trotzdem hat jeder Modellbauer den Ehrgeiz, seine Maschine so originalgetreu wie möglich zu bauen und trotzdem eine gut arbeitende, leistungsfähige Dampflokomotive letztendlich zu besitzen. Daß diese Arbeit eine gehörige Portion handwerkliches Können und Geschick voraussetzt, versteht sich von selbst.

 Werkstatt

Zur Werkstattausrüstung gehören Bohr-, Fräs- und Drehmaschinen als notwendige Bestandteile, ebenso Schweiß- und Lötgeräte. Da es sich kaum ein Einzelner finanziell und auch räumlich leisten kann, empfiehlt sich die Mitgliedschaft in einem Club, wo sich die Mitglieder untereinander mit ihren Werkzeugen ergänzen.

 Betätigung im Verein

In diesen Clubs muß jedoch nicht jedes Mitglied eine eigene Lokomotive bauen, es gibt hier auch andere Betätigungsfelder wie zum Beispiel beim Betreuen des Zugbetriebes auf einer Clubanlage.

Auch die Streckenpflege kann eine ausfüllende Beschäftigung sein.

Nach entsprechender Einweisung kann auch auf einer vereinseigenen Lokomotive gefahren werden.

 Die Jungfernfahrt

Ist die Lokomotive nach mehreren hundert Arbeitsstunden fertig, kommt es zur Erprobung, ein unheimlich spannender Vorgang: Brennt das Feuer richtig? Wie entwickelt der Kessel Dampf? Ist alles dicht? Wie läuft die Maschinen? Stimmt die Leistung?

Problemlos ist die Jungfernfahrt in der Regel nie, trotz sorgfältigster Planung und Arbeit sind zu diesem Zeitpunkt noch einige Tüfteleien angesagt, aber alles ist lösbar. Aber dann, wenn alles richtig funktioniert, der Kessel Wärme abstrahlt, die Luft nach Kohle, Dampf und Öl riecht, der Abfahrtspfiff ertönt und sich der Zug mit wohlklingenden Auspuffschlägen in Bewegung setzt dann entwickelt sie sich, die Faszination der Dampflokomotive, und mitfahrende Kinder strahlen mit den Tüftlern, die sich an ihre eigene Kindheit erinnern, um die Wette.

 Was nun? Weitere links zum Hobby

So, wer bis hier her gelesen hat, kann sich auf folgender Seite über die „Szene“ weiter informieren. Gerhard Karl hat mit viel Mühe eine sehr hilfreiche und informative Seite ins Netz gestellt. Dampf-Modell-Bahn   Im „dampfbahnerforum“ von K.Pankraz treffen sich viele Freunde der personenbefördernden Park- und Gartenbahnen

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